Bonjour, tous ensemble…
Sonntag Morgen, es regnet schon seit Stunden Bindfaeden und ich nehm mir jetzt mal die Zeit Euch meine ersten Eindruecke zu vermitteln.

Musste schon mit maessiger Begeisterung feststellen, dass ich auf ein neues Mal von einer fiesen Ameisenspezies heimgesucht worden bin. Das aeussert sich wie folgt :
An ensprechendem Kontaktort bildet sich eine Veraetzung, die gefuehlt einem ordentlichen Sonnebrand entspricht. Nach den ersten Attacken vor zwei Wochen (heilt immer noch) hatte ich dies vom Nacken hoch zum Gesicht…erinnerte ein wenig an Nicki Lauda, ist aber so gut wie weg. Nun die andere Seite vom Nacken…grmpf… ;)
Meine Arme erinnern grade ein wenig an die eines Borderliners, der gerne mit Zigaretten spielt… ;) naja, vergeht… :)
Mal sehen, welche Ueberaschungen noch auf mich warten.

Spinnen gibts hier viele verschiedene, wobei mir die wirklich ausgewachsenen Exemplare vorerst nicht untergekommen sind… Schlangen auch, hab aber erst eine gruene Mamba gesehen… fand sich in unserer Klinik im Raum der Mutterschaftsvorsorge… ;)
Soweit zum Kroeppzeuch…part of the game…
Das neue Team hier ist fast komplett und ich habe das Gefuehl, dass wir hier zusammen eine gute Zeit haben und was bewegen koennen. Mein Job ist interessant, wenn auch sehr umfangreich und mit vielen neuen Komponenten.
Bin sehr zufrieden mit meinem lokalen Team und denke, dass da wirklich was geht bezueglich des Voranschreiten unseres Programms.
Die Woche ist in etwa so strukturiert :
Wir haben eine Klinik fuer Gesundheitsgrundversorgung hier in Birao und diverse mobile Kliniken im Umkreis von bis zu 70 km, die wir waehrend der Woche abklappern und dann dort Patienten sehen und behandeln…wenn es uns moeglich ist, diese Orte zu erreichen !
Denn mit Beginn der Regenzeit sind die Pfade (man kann sie nicht wirklich Strassen nennen) immer schwerer zu befahren, so dass wir selbst mit Landcruisern Probleme haben.Dafuer sind wir aber mit Motorraedern und einem Quad ausgestattet (Pilotprojekt dafuer, bisher muss man sagen, dass das Quad echt rockt…).
Eigentlich kann man die Reise als querfeldein durch den Busch beschreiben…die Umgebung hier ist sehr gruen und wirklich verschieden zu Uganda und Darfur…was ich gut finde. Fauna gibts, jedoch sieht man nicht so viele Tiere auf den Reisen…zwar viele verschiedene Voegel, der Rest ist aber entweder gewildert oder haelt sich halt tiefer im Busch auf.
Um Euch mal ne Vorstellung zu geben, wir haben letztens 4h fuer 65 km gebraucht, 1,5h Klinikaufenthalt, 4h auf Moped und Quad zurueck… Ein wenig frustrierend dann nicht mehr Zeit vor Ort zu haben, aber wenn man trotzdem dafuer sorgen konnte, dass 40 Patienten behandelt worden sind, dann hat sich die Muehe schon gelohnt.Man muss stellenweise sehr strikt bei der Auswahl der Personen sein, die konsultiert werden.
Stellt Euch das so vor :
Man kommt an und dort warten schon 80 Leute. Man geht durch die Reihen und beginnt die Kraenksten zu identifizieren. Dabei schaut man in all diese Gesichter, die einem sagen wollen : ‘warum nicht ich ?’
Ist anfangs ne recht intensive Erfahrung…aber noetig, weil wir definitiv nicht alle behandeln koennen.
Was mein Franzoesisch angeht, so muss ich sagen, dass es noch weit entfernt von einer mich zufriedenstellenden Qualitaet ist (aber was heisst das schon ;)), es wird aber und ich fuehle mich schon wesentlich wohler damit, als am Anfang…braucht noch was Zeit…

Hab letzten Sonntag auch mal was zocken koennen, auch zusammen mit meinem lokalen Team (hatten se noch nie gespielt und glaub ich echt Spass gehabt) und dem obligatorischen Kinderauflauf… war fuer die Kids glaub ich auch der interessanteste Tag seit langem, hatten nen Heidenspass mit dem Whizz Ring zu spielen, nachdem ich ihnen eine Einfuehrung gegeben hatte.
In der folgendenWoche sind mir dann einige der Kinder wieder begegnet, die mich dann mit einem simulierten Naildelay begruesst haben… spreading the jam !
Soweit der erste Bericht… mehr wird folgen…
Danke Kai fuer das Moeglichmachen des Postens,
Take care all of you,
À bientôt…Marc

