Friday, December 08, 2006



Darfur, die Vierte...

Nachdem Billy Corgan nun die Zurgehoerstellung seines Sprachorgans eingestellt hat und MC Solaar mir nun um die Ohren traellert, das naechste Update ueber meinen Aufenthalt hier im Sudan.
Zuerst einmal, mir geht’s hier immer noch jut (auch wenn ich grade, wie man im Fernsehsportkommentarjargon jetzt gerne sagen wuerde, an einer leichten Grippe laboriere, is aber halb so wild...).
Das Team hier macht doch recht viel Spass, auch wenn mit uns abends nicht mehr viel los ist und sich die Gemeinschaft hier gg. spaetestens 22.00 Uhr aufgeloest hat. Der Eine arbeitet dann noch, oder schreibt Mails, oder zockt vieleicht noch ein wenig am Computer....wie auch immer, Alltag.
Stimmung ist generell ganz gut, auch wenn Peter, wie’s ausschaut, wohl ausgewiesen wird (weil er Daene ist, hat echt Probleme mit der Arbeitserlaubnis, ist auch schon vom Projekt abgezogen und in der Warteschleife).
Schon schade, da er das Team gut ergaenzt hat und auch gerne hier war...aber vieleicht kann er ja doch bleiben.
Kann uns aber allen bluehen, dass wir wenigstens zur Visumerneuerung nach Europa muessen, man wird sehen (ist schon mehr als einmal passiert).
Habe schon seit langer Zeit nicht mehr so lange keinen Alkohol getrunken, find ich super. Ist halt verboten hier und vor allem dort, wo wir leben, auch nicht zu bekommen, nur von Zeit zu Zeit alkoholfreies Bier (Holsten und auch Astra...) Schmeckt auch nur, weil dann grad kalt. Trotzdem freu ich mich auf mein erstes Glas Wein, wenn ich dann in zwei Monaten in den Urlaub fahre. Ziel steht noch nicht fest, sollte mich aber schon bald entscheiden, da auf jeden Fall mindestens ein Monat vor Ausreise mein Exit-Visa beantragt werden muss. Aethiopien steht weiter oben auf der Liste, aber Kenia koennte auch mal nett sein (Kueste und so...). Werde meinen Urlaubsort jedenfalls auch nach der Moeglichkeit, mal wieder staubfrei Frisbee zocken zu koennen, waehlen. Gruen waere super, Strand aber auch...mal sehen, werd’ Euch auf dem Laufenden halten.
Ansonsten sind hier halt immer noch nur Maenner, hatten wohl vorgestern Besuch von Selma Hayek (wird die so geschrieben?), haben naemlich „From Dusk Till Dawn“ geschaut...;)
Sagte ich eben noch „nur Maenner“, so muss ich ergaenzen, dass unser medizinischer Koordinator auch grade bei uns die Position des Field Coordinator’s ausfuellt, und der ist naemlich komplett und unverhehlt schwul. Pas de probleme, schafft ne lustige Atmosphaere mit ebenso lustigen Gespraechen...und bringt eine weibliche Komponente ins Team...irgendwie jedenfalls...aber keine Gefahr...;)
Projektmaessig trete ich grade in Phase zwei ein, in der ich nun, nachdem ich in den ersten Wochen mehr beobachtet habe wird jetzt mehr konkretes Training auf dem Terminplan stehen (bin zwar auch schon Dinge angegangen und hab Weichen gestellt, z.B. das System der Medikamentenverwaltung im Health Centre in andere Bahnen gelenkt, so dass mehr Kontrolle und Uebersicht moeglich wird, letztenendes war ich aber eher reaktiv). Auch was meine Erwartungshaltung gegenueber der Arbeitsleistung des Personals angeht habe ich jetzt in den zweiten Gang geschaltet. Wie kann man so schoen sagen, „manches mutt einfach fluppen“...
Mal sehen, auf wieviel Widerstand ich dabei stossen werde, bedeuten Gewisse Aenderungen im System oder bezuegl. festgefahrenen Gewohnheiten doch auch stellenweise dass die Leute mehr arbeiten muessen...
Abgesehen davon, dass wir hier einen extrem guten Personalschluessel haben, kann man die geforderte Mehrarbeit aber auch wieder durch Effizienz und Arbeitsorganisation rausholen, braucht aber alles Zeiiiit...
Schliess diesen Brief mal grad ab und fang den naechsten an (dieser hier ist jetzt schon einige Tage alt...;)
Gruss.Marc

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