Sunday, November 20, 2005

Gomer in Gulu and
fire in Kampala....

So, meine Lieben, da bin ich und nun werd ich mal sehen, ob hier wieder der Strom ausfaellt, wie beim letzten mal... falls ihr also einen inkompletten Text vorfindet, ist dies einfach zu erklaeren...
Tja, freue mich jedenfalls immer, wenn ich hier Post vorfinde, vielen Dank, direkte Antworten gestalten sich aber eher schwierig, so dass ich hier einfach mal zuerst die Prioritaet auf Neuigkeiten setze.
Nun gut, wie geht's mir denn hier so?
Erstmal muss ich sagen, dass der erste Monat hier recht zuegig umgegangen ist. Langeweile kommt selten auf, lernen kann man minuetlich, wenn man bei diesen Temperaturen die Kapazitaet dafuer hat, also dann eher stuendlich..*g*
Hier ists im Moment ein wenig unklar, wie's weitergeht. Wir fahren weiterhin nicht ins field und muessen schauen, dass wir die Projekte aus der Ferne supervisiert kriegen, was sich aber teilweise eher schwierig darstellt.
Unser Team ist auf die Haelfte geschrumpft, da nun einige Expats schon frueher nach Hause sind (sowieso geplant und aufgrund der Sicherheitslage halt etwas vorgezogen) und erstmal nicht ersetzt werden, solange wir unsere Aktivitaeten nicht wieder normal aufnehmen koennen.
Und habe ich zuletzt geschrieben, dass ich mir mich als Supervisor von Amuru noch nicht vorstellen kann, so sind diese Zweifel nun gewichen, da ich mich jetzt noch zusaetzlich um die medizinische Seite des Lacor Night Shelters ( das ist, wo ca. 1500 Kinder jede Nacht Zuflucht finden), was nicht soc viel Arbeit machen wird, das Follow-up der Verlegungen, die aus den Projekten ins Lacor Krankenhaus geschickt werden und dann in ein paar Wochen noch um unser Apothekenlager kuemmere. Bleibt also nicht viel Zeit zum Zweifeln...*g*
Aber wenn ich mich die naechsten Wochen damit auseinandergesetzt haben werde, wird die workload auch sinken...und hoffentlich koennen wir dann auch bald wieder ins field!
Sieht momentan aber eher schlecht aus.
Nach dem, was letzte Woche in Kampala los war (wem's entgangen sein sollte, der Fuehrer der Opposition und direkte Konkurrent ums Praesidentschaftsamt wurde am Montag, 5 Monate vor den Wahlen, wegen Hochverrat und Vergewaltigung verhaftet, was nur maessige Zustimmung bei der Bevoelkerung fand, sollten diese Wahlen doch eine Festigung der Ambitionen der ugandischen Regierung um eine handfeste Demokratie sein...*g*)!
Gulu ist also momentan sicherer als Kampala, koennte man meinen....aber wer weiss das schon?
Egal, wir sind soweit bereit fuer Eventualitaeten und ich lass mich nicht davon stressen (ausser, dass diese Vorbereitungen etwas mehr Arbeit bedeuten...)!
muss allerdings immer noch diesen bloeden Fuehrerschein in KLA abholen, nervt, werd' wohl naechste Woche mal (hoffentlich!) kurz fuer zwei Tage dorthin fliegen, und darf dann auch hier mit unseren Cruisern fahren.
Ach ja, um den Einstieg nicht zu vergessen, GOMER gibts hier auch...hab' einen als follow up, wirklich krank, wirklich arm dran, dabei wirklich jung und aber auch wirklich mit Gomerqualitaeten, wobei hier die erste Regel fuer sie wohl leider eher nicht zutreffen wird (Gomer sterben nicht).
Tut mir schon leid, aber ist auch echt anstrengend...
Was gibts sonst noch?
Ansonsten, hmm, war gestern mit Expats der spanischen Sektion tanzen, man kann hier pool spielen gehen, meine Frisbees werden immer rauher (Maeckes, bitte schick mir das Schmirgelpapier...!) und letzte Woche wurd ne Ziege geschlachtet, die ein Expat vom local staff als Abschied geschenkt bekommen hatte (und diese leider nur schlecht mit in die Schweiz nehmen kann).
Daher wurde das Geschenk, was im uebrigen hier fuer die Leute ein kleines Vermoegen darstellt, durch ein kollektives Mahl geehrt.
War eigentlich ganz lecker...
Ach, und ich hab diese Woche mein neues Zimmer bezogen, mit Bad! Und WC nach europaeischem Standard!
Heute dann nen Schreibtisch reingestellt, aber nicht ins Bad. Muessen nur noch die Frisbees an die Waende...
Ah, und ich hab letztens in Kampala das erste Mal Ultimate gespielt, war sauanstrengend, hat aber Spass gemacht.
Nun, das solls mal fuer heute sein und wer die Lust verspueren sollte, mich mal anzurufen, kann dies unter:
+25678589966 (Mobile)

checkt mal vorher das Internet wegen Billigvorwahl, sollte dann fuer ca. 15 cent/min. drin sein....

Schoenen Tag Euch noch,

Take care

Thursday, November 03, 2005

Zweite Runde...

Guten Tag,
so, hab ich mal wieder die Moeglichkeit, Euch mit Hintergrundwissen ueber meinen Verbleib zu versorgen.
Der Zugang zu suffizienter Internetverbindung in Gulu ist im wesentlichen von drei Faktoren beeinflusst:
Zuerst mal muss da Strom her! Da dies nicht selbstverstaendlich ist und die Betreiber der beiden hiesigen "Internetcafes" leider nicht mit einem Strom-Backup gesegnet sind (was auch mal leer sein kann, so wie unseres diese Woche). Desweiteren muss ich mich der ugandisch- buerokratischen Uebermacht beugen und noch weiter auf meinen ugandischen Fuehrerschein warten, was meine Aktionsradius bzw. Flexibilitaet innerhalb Gulus doch etwas einschraenkt und mich von meinen Kollegen abhaengig macht, zumal wir unter der Woche sowieso meist in die Daemmerung hineinarbeiten und es uns nicht erlaubt ist, im dunkeln durch Gulu zu laufen.
Zuguterletzt (schreibtmandaszusammen?) koennen die Cafes (naja, ist eigentlich eher eins, da das andere kaum im Netz ist) so ueberlaufen sein, dass man schon keine Lust mehr oder nicht genuegend Zeit zum Warten hat.
Da ich aber grad in Kampala bin, das ich das hier mal grad updaten.
Der Grund meines Aufenthalts hier in Kampala ist eher maessig erfreulich, koennen wir, aufgrund von Sicherheitsmassnahmen, zur Zeit nicht von Gulu aus in die abgelegerenen Camps, meins eingeschlossen, fahren.
Und das ist eher unschoen, da man noch nicht absehen kann, wann wir wieder gruenes Licht bekommen werden.
Die hiesige Rebellengruppe LRA hat halt in der letzten Zeit immer mehr Aktivitaeten zu verzeichnen (wovon man wahrscheinlich im Rest der Welt nichts mitkriegt, abgesehen vieleicht von den kuerzlichen Ereignissen im Sued-Sudan vieleicht, weils da auch Weisse erwischt hat...), was unsere Arbeit hier nicht grade unterstuetzend beeinflusst.Zunehmender internationaler Druck und bevorstehende Wahlen runden das Ganze noch ab.

Aber macht Euch mal keine Sorgen,nein, Kevlar ist keine nuetzliche Idee fuer ein Weihnachtsgeschenk..*g*
Nun, ausserdem kommt noch hinzu, dass unsere Chefs dem Team die Moeglichkeit geben wollten, hier etwas zu relaxen (auch wenns fuer mich dafuer vieleicht noch ein wenig frueh ist *g*), da die ganze Bueroarbeit und die fraglichen Field Aktivitaeten in einem schon etwas angespannten Team durchaus Spannungen provozieren kann (man wohnt halt mit denen zusammen, mit denen man auch arbeitet).
Mental Health Care & Prophylaxis nennt man das wohl...*g*
Ansonsten ist es hier echt nett, hab mich weitestgehend aklimatisiert, auch wenn vieles noch befremdlich ist.
Kann mir mich halt noch nicht exakt als Zustaendigen fuers Amuru Health Center vorstellen..*g*
Die Arbeit, die ich in der letzten Woche so gemacht habe, hat sich auf die Office beschraenkt, hab Vorstellungsgespraeche gefuehrt und hey, Bewerber auszusieben und herauszufinden, wer was koente ist echt was Neues fuer mich...*g*
Die Zeit hier geht noch recht schnell um, mal sehen, ob das so bleibt...
Frisbee gibts fuer mich nur am Wochenende und da ist Timing trumpf, da es hier recht frue dunkel wird und vorher einfach zu heiss.
Und auch wenn auf unserem Grundstueck eine kleine Wiese zur verfuegung steht (Mein Vorschlag beim letzten Team-Meeting, den Rasen etwas dichter zu pflanzen, damit meine Scheiben nicht so schnell dreckig werden und ausbremsen, wurde leider im Budget fuers naechste Jahr nicht beruecksichtigt...*g*), so kommt der wind meist erst spaeter auf.Schade.
Da wir uns hier in der Regenzeit befinden, gibt es abends meist dicken Regen, Gewitter & Sturm.
Eigentlich ganz schoen und eindrucksvoll, man sollte aber, um dies geniessen zu koennen, nicht das Wort Cholera denken.
Aber es wird schon gutgehen...
Soweit mein Update, hoffe, es geht Euch allen gut,
sende Gruesse in die Heimat,
bis denne....